
Die Malschicht
als Erinnerung.
Miriam Vlaming malt altmeisterlich in selbst angemischter Ei-Tempera. Schicht um Schicht legt sie Lasuren übereinander, bis eine Figur unter dem Firnis sichtbar wird.

Ei-Tempera, Schicht um Schicht
Ei-Tempera ist eines der ältesten und langsamsten Malmittel der Kunstgeschichte: Pigment, gebunden mit Eigelb, in dünnen, transluzenten Waschungen aufgetragen. Jede Schicht muss trocknen, bevor die nächste kommt.
Vlaming nutzt genau diese Langsamkeit. Ihre Bilder entstehen aus vielen übereinandergelegten Lasuren, aus denen Badende, Wälder und dunkle Szenen wie aus dem Nebel auftauchen, halb verdeckt, halb enthüllt.

Die weiße Kratzlinie
Quer durch viele Werke fährt eine weiße Sgraffito-Linie, in die noch feuchte oder bereits getrocknete Farbe geritzt. Sie legt die hellere Grundierung darunter frei, wie eine freigelegte Erinnerung.
Diese Geste ist zum Markenzeichen ihrer Malerei geworden und ist auch das Signaturelement dieser Seite: der Strich, der sich beim Scrollen selbst in die Fläche kratzt.

Neue Leipziger Schule
Miriam Vlaming, geboren 1971 in Düsseldorf, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Arno Rink und Neo Rauch und war Meisterschülerin bei Arno Rink.
Sie zählt heute zu den wichtigen Vertreterinnen der Neuen Leipziger Schule. Ihre Werke befinden sich in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen.